SONDERAUSSTELLUNG “GROSSES SPIELZEUG “

Wann:
11. August 2018 um 10:00 – 17:00
2018-08-11T10:00:00+02:00
2018-08-11T17:00:00+02:00
Wo:
Erzgebirgisches Spielzeugmuseum
Hauptstraße 73
09548 Kurort Seiffen/Erzgeb.
Deutschland
Preis:
Eintritt
Kontakt:
Erzgebirgisches Spielzeugmuseum
037362 17019

Großes Spielzeug aus Holz.

Sonderausstellung Spielzeugmuseum Seiffen vom 27. April bis zum 23. September 2018

Das erzgebirgische Spielzeuggebiet hat seit 250 Jahren alle Bereiche hölzerner Spieldinge im Angebot. Vor der Umstellung auf Miniaturspielwaren Anfang des 20. Jahrhunderts galten raumgreifende Burgen, Puppenstuben oder Baukästen, aber auch großvolumige Gespannfahrzeuge und späterhin Eisenbahnen und Automobile als verkaufsträchtige Warengruppen. Sperrige, zum Teil recht schwere Puppenhäuser, Kaufläden oder Fahrzeuge waren vor allem in jenen Ortschaften in der Fertigung, die verkehrstechnisch günstig lagen und wo nach 1870 vorhandene Eisenbahnanschlüsse die Warentransporte erleichterten. Großspielzeug waren auf Grund seiner robusten Konstruktion oft auch für das Spiel im Freien geeignet. Stabilität und Langlebigkeit wurden versprochen, wenn man sich für Traktor und Hänger oder für einen hölzernen Gütezug als Boden- und Sandspielzeug entschied. Eine stabil gearbeitete Lokomotive mit 25 Zentimeter langen Güterwagen, beispielsweise um 1930 gefertigt bei Ewald Herold in Kleinneuschönberg, war ureigenst dem funktionsbetonten kindlichen Spiel gewidmet. Auf den offenen Güterwagen konnte viel “geladen” werden und große Holzräder ließen die Bahn auch im Freien leicht rollen. Besonders begehrt waren und sind jene Holzautos, mit denen “richtig” zu lenken war. Das kleine Lenkrad war mit der beweglichen Vorderachse verbunden und so konnte das Gefährt “tatsächlich” um die Kurve bewegt werden. Aufklappbare Türen, abnehmbare Verdecke, Ladeklappen und Kippvorrichtungen erhöhten den Reiz solcher hölzernen Mobile. Seit 1850 ist im Seiffener Raum auch eine qualitätsvolle Baukastenproduktion beheimatet. Vor 1900 bestimmten schwere Kästen mit großen Holzquadern und prächtigen Säulen das Baukastensortiment. In aller Welt berühmt waren die großvolumigen Puppenhäuser, Burgen, Ställe und Lagerhäuser aus der Marienberger Fabrik von Ludwig Moritz Gottschalk (1840-1905). Der Aufstieg zur Manufakturproduktion von Großspielzeug begann 1873 mit dem Bau einer ersten Fabrik.

Die Ausstellung präsentiert einen Querschnitt solcher gewichtigen und großformatigen Spielwaren. Die Funktionsfähigkeit für das kindliche Rollenspiel stand im Mittelpunkt: Auf einen LKW wollte man Steine aufladen können, das Pferdegespann hatte mit dem Kastenwagen den Transport eines Sandhaufens zu übernehmen. Oft berichten das Aussehen und der Erhaltungszustand der Ausstellungsobjekte von deren einstigen jahrelangen Nutzung.