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Ortsgestaltungssatzung

Ortsgestaltungssatzung des Kurortes Seiffen

Rechtliche Grundlage§ 83 der Sächs. Bauordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 19.08.1992 (Sächs. Gesetz- und Verordnungsblatt Seite 375)

Präambel

Mit der vorliegenden Satzung soll die Gemeinde Seiffen in ihrer Geschlossenheit hinsichtlich der gewachsenen Struktur erhalten bleiben bzw. wieder hergestellt werden. Darüber hinaus muß aber auch den neuen funktionellen und gestalterischen Erfordernissen Rechnung getragen werden.
Durch diese Satzung wird den Kommunalpolitikern, interessierten Bürgern, Bauherren, Mietern, Architekten und Handwerkern eine Richtlinie vorgegeben, die der Sicherung der unverwechselbaren Spezifik dieses Ortes dienen wird.
Die Satzung will lediglich einen Gestaltungsrahmen bilden, nicht aber die künftigen Planer in ihrer Kreativität beschränken. Durch kritische Auseinandersetzung mit den Eigenheiten Seiffens soll bei der Gestaltung des Ortsbildes eine neue Qualität erreicht werden.
Der unmittelbare Ortskern und die ”Außenbereiche” mit ihren neuen Wohnanlagen und sonstigen Neubauten sind differenziert zu betrachten und unterliegen auch unterschiedlich strengen Auflagen.
Gewerbegebiete und einzelne Gewerbebauten sind hinsichtlich ihrer Gestaltung grundsätzlich und separat abzustimmen.
Ohne rechtsverbindliche Bebauungspläne gelten in planungsrechtlicher Hinsicht die Vorschriften des§ 34 BauGb, wonach sich Baumaßnahmen innerhalb bebauter Gebiete prinzipiell in die Eigenart der näheren Umgebung einzupassen haben.

Paragraph 1

Räumlicher Geltungsbereich

Die Gültigkeit dieser Satzung erstreckt sich auf alle baulichen Anlagen des im Lageplan dargestellten Gebietes.
Der Lageplan ist Bestandteil dieser Satzung (siehe Anlage 1).

Paragraph 2

Sachlicher Geltungsbereich

Die Vorschriften dieser Satzung gelten für alle Bauvorhaben, sowohl für die genehmigungs- und anzeigebedürftigen, als auch für die, die genehmigungs- und anzeigefrei sind.

Paragraph 3

Städtebauliche Struktur, Maßstäblichkeit und Maße, bauliche Abstände
Bauliche Anlagen sind bei der Errichtung bzw. Anbringung, Änderung und Unterhaltung so zu gestalten, daß sie nach Form, Maßstab und
Verhältnis von Bauteilen und BaumaßAn zueinander den historischen Charakter, die künstlerische Eigenart und die städtebauliche Bedeutung der die Umgebung prägenden Bebauung nicht beeinträchtigen.

  • Die Fluchten der schmalen Straßen, die sich zu den Plätzen öffnen, sind einzuhalten.
  • Der “Blockhausstil” und speziell ganze Blockhäuser sind unzulässig.
  • Erstrebenswert ist eine Entkernung von Höfen und deren Erschließung für Besucher, um so den direkten Kontakt Produzent -Tourist (Käufer) zu ermöglichen. Um dieses Ziel zu unterstützen, könnte die Hinterbauung von Hofgrundstücken eine Art Gassencharakter schaffen.
  • Wenn im Ortskern straßenbegleitende Bebauung vorgesehen wird, müssen die Gebäude niedriger als die Breite der Straße sein.

Paragraph 4

Verzeichnis der schutzwürdigen städtebaulichen Areale, Gebäude und Bauteile (lt. Auszug aus Denkmalschutzliste Chemnitz)

Ortskern Seiffen insgesamt:
Kirche, Binge, Rathaus

im Besonderen mit:
Kreuzweg und Schindelberg

ObjektStandortRechtsträger
SonnenuhrAn der Binge 1Schröder, Holde
Kirche mit AusstattungDeutschneudorfer Straße 3Ev. -luth. Kirch-gemeinde
Totenhäuschen mit FriedhofsmauerFriedhofEv. -luth. Kirch-gemeinde
Fachwerkhaus ehemaliges VerlegerhausHauptstraße 96Wolfgang Schlesier
ehern. FerienheimBad EinsiedelGbR Touristikpark
HeidengrabenBeginn am Schwarzen Teich im Forstgelände Bad EinsiedelStaatlicher Forstwirtschaftsbetrieb
Das komplette Seiffener Freilichtmuseum mit
- Bergmannswohnhaus
- Spielzeugmacherhaus
- Sägewerk
- Historisches Transformatorenhäuschen
- Waldarbeiterhaus
- Spankorbmacherhaus
- Wasserkraftdrehwerk
- Wohnhaus
- Flößerhaus
Hauptstraße 203Gemeindeverwaltung Seiffen

Paragraph 5

Aussagen zur Gestaltung der Baukörper

Ortsgestaltungssatzung Paragraph 5, Aussagen zur Gestaltung der Baukörper mit Firstrichtung
  1. Firstrichtung
    Der First verläuft im gesamten Ortsgebiet überwiegend parallel zur Straßenflucht (Traufstellung der Gebäude). Dieses Gestaltungsmerkmal ist auch bei Neubau, Umbau etc. einzuhalten.
  2. Geschoßzahl
    Die vorhandenen Gebäude entstammen unterschiedlichen Bauperioden und sind differenziert zu betrachten.
    Die ein- bis maximal zweigeschossige Bauweise für alle Bauvorhaben ist verbindlich.
    Ein Dachausbau ist möglich und wird bei entsprechender Berücksichtigung des § 6 auch genehmigt.
Ortsgestaltungssatzung Paragraph 5, Aussagen zur Gestaltung der Baukörper mit Geschosshöhe

Paragraph 6

Dachgestaltung

  1. Dachform
    In Anlehnung an die bestehenden Dachformen sind Satteldächer für künftige Bauten verbindlich.
    Gebäude mit Krüppelwalm sind zu erhalten. Bei Umbauten muß das Dach die ursprüngliche Form widerspiegeln.
    Für Nebengebäude sind Pultdächer nur in Ausnahmefällen zulässig. Generell sollten Nebengebäude, die als Anbauten errichtet werden, mit der Firstrichtung rechtwinklig zu den Hauptgebäuden liegen.
    Bei Neubauten ist das Dach in seiner Form an die umgebene Bebauung anzupassen.

    Ortsgestaltungssatzung 1

  2. Dachneigung
    In Anlehnung an die bestehenden Dachformen sind Satteldächer für alle Neu- und Umbauvorhaben verbindlich.
    Die Dachneigung sollte mindestens 49° betragen und ist an die be-stehende Dachlandschaft der umgebenden Bebauung anzupassen.
    Steile Walmdächer sind in Ausnahmefällen zulässig. Mansarddächer sind generell unzulässig.
  3. Dachdeckung
    Als Dacheindeckungsmaterial ist dunkler Naturschiefer zu verwenden. Gebrannte Ziegel aller Art sind unzulässig.
    Andere vorhandene historische (!) Dacheindeckungen sind zu erhalten und bei Neueindeckung wiederzuverwenden oder analog neu anzuwenden. Bei teilweiser Neueindeckung sollte das Material mit der bestehenden Dachdeckung übereinstimmen.
    Moderne Schiefer-Ersatz-Materialien sind zulässig, wenn sie dem Originalmaterial in Maßstab, Verlegeart, Oberfläche und Farbe weitestgehend entsprechen.
    Regenrinnen sind als offene, runde, vorgehängte Rinnen auszubilden. Fallrohre müssen vertikal verlaufen.
  4. Gauben
    Einzelne Gauben müssen in Ausbildung, Proportion und Gliederung unmittelbar auf die darunter befindliche Fassade Bezug nehmen. Sie sind als stehende oder Schlepp-Gauben auszuführen.
    Zur besseren Ausnutzung können ein- und zweiseitige Dachgauben errichtet werden.
    Die Ausbildungsform (Giebel- oder Schleppgauben) wird von der umgebenden Bebauung bzw. von den Vorhängerbauten bestimmt.
    Als Teil des Dachkörpers sind die Gauben in gleicher Art und Farbe wie das Hauptdach einzudecken. Ihr seitlicher Abstand bis zum Giebel muss mindestens 2,0 m betragen.
    Die seitliche Verkleidung ist als sichtbare Holzschalung oder mit Schieferverkleidung auszuführen.
    Unterschiedliche Arten von Dachaufbauten sind nur zulässig, wenn der Gesamteindruck des Daches dadurch nicht negativ beeinflußt wird.

    Ortsgestaltungssatzung 2
  5. Dachaufbauten (sonstige)
    Durchgehende Dachgauben sollten einen seitlichen Abstand zum Ortgang von mindestens 1,0 m haben.
    Zu Verkleidungen und Eindeckungen sowie allen anderen Bedingungen siehe Punkt “4. Gauben”.

    Ortsgestaltungssatzung Paragraph 6, durchgehende Dachgauben
  6. Dachfenster
    Ein wesentliches Mittel zur Belichtung und Belüftung von Dachräumen sind in der Dachneigung liegenden Dachfenster.
    Sie sind vorrangig nur auf den der Straße abgewandten Seiten zu verwenden und nur an Stellen, die nicht über ein Tal von exponierten Plätzen aus einsehbar sind.
    Ihre Größe darf 0,8 m Breite und 1,2 m Höhe nicht überschreiten.
    Sie sind in ihrer Anzahl weitestgehend einzuschränken (nicht mehr als 3 Stück auf einer Dachseite) und in der Regel nicht nebeneinander einzubauen.
    Auch diese Fenster haben in ihrer Anordnung auf die Gliederung der darunter befindlichen Fassade Bezug zu nehmen. Ihr Abstand zum Ort-gang muß mindestens eine Sparrenfeldbreite (, 0,8 m ) betragen.
  7. Dachüberstände
    Im Ortsgebiet herrschen (bis auf wenige Ausnahmen) geringe Dachüberstände vor. So sind auch bei der künftigen Bebauung geringe Überstände im Trauf- und Ortgangbereich einzuhalten; sie sollten aber mindestens 0,3 m und maximal 0,5 m betragen.
    Der Dachkasten ist mit Holz zu verkleiden und als kleines Gesims auszubilden.
  8. Überdachungen im öffentlichen Raum
    Sie bedürfen einer gesonderten Zustimmung und Prüfung und sind mit der umgebenden Bebauung in ein harmonisches Verhältnis zu bringen.

Paragraph 7

Fassadengestaltung

Ortsgestaltungssatzung Paragraph 7, Fassadengestaltung
  1. Materialien
    Die Außenwandflächen sind in der Regel mit einem Glatt- bzw. Strukturputz zu versehen; das gilt ebenso für die Ausfachungen von Fachwerkgebäuden.
    Eine Verkleidung ganzer Fassaden mit Schiefer, Kunststoff oder ähnlichem ist nicht zulässig. Sockel sind von den Fassaden abzusetzen. Verklinkerung von ganzen Fassaden oder von Teilbereichen ist unzulässig; im Sockelbereich bis maximal 0,5 m möglich. Fassadenverkleidungen aus beschichteten Kunststoffen sind im Geltungsbereich der Satzung nicht zulässig.
    Das gleiche gilt für großflächige beschichtete Baustoffe (z. B. Platten, Verblendklinker und Verkleidung aus keramischen Platten) Ortsfremde Materialien wie Kunststoff- und Metallfassaden, Wasch-beton, Fliesen, Folien, Glasbausteine, Buntgläser und jegliche Baustoffimitationen sind nicht zulässig. Sichtmauerwerk, Rustika- und Bossenmauerwerk sind bei vorhandenen Gebäuden zu erhalten und zu sanieren.
  2. Farbgebung
    Die Farbgebung muß dezent und in den Farbtönen nuanciert sein. Gliederungselemente, wie Fenster, Türlaibungen, Gesimse u.a. sollten farblich abgesetzt werden.
    Das gilt besonders für Fenster- und Türgewände, Fensterrahmen und ähnliches. Hierbei ist auf eine der Tradition entsprechende dezent kontrastierende Farbwahl zu achten.
    Grundfarbe der Fassade: uni bzw. gedeckt, einzelne Elemente davon: abgesetzte Farben.
    Die Sockelfarbe ist aus den Fassadenfarben durch Abtönen zu entwickeln.
    Großflächige Farbmuster sowie farbliche Rasterstrukturen und grelle Farbtöne sind unzulässig.
  3. Sockel
    Im Gemeindegebiet sind im Spritzwasserbereich entsprechende Sockel auszubilden. Sie dürfen eine Höhe von 0,5 m nicht überschreiten
    (maximal bis Oberkante Kellerdecke).
    Das Material ist auf die umgebende Bebauung abzustimmen.
  4. Fassadenöffnungen

    Ortsgestaltungssatzung Paragraph 7, Fassadenöffnungen

    Fenstergrößen haben sich aus der Maßstäblichkeit der Gebäude zu entwickeln. Fensteröffnungen sind stehend auszubilden. Sind Fenster in Abhängigkeit von Fassadengestaltungen im umgekehrten Verhältnis proportioniert, so ist durch entsprechende Vertikalstabaufteilung der Fensterflächen das Prinzip stehender Fensteröffnungen verbindlich. Die Fensteröffnungen sind ab einer Breite der Maueröffnung von 0,90 m einmal senkrecht zu unterteilen.
    Typische Fensterformen sind zu erhalten (wie Segment- und Rund-bögen, mehrsprossige Fenster sowie Fensterumrahmungen bzw. Faschen) Alle Fenster sind mit farblosem Flachglas zu verglasen. Als Ausnahme sind bleiverglaste Fenster möglich.
    Fenster dürfen eine Öffnungsbreite von 2,25 m nicht überschreiten und müssen eine Pfeilerbreite (bei Reihungen) von mindestens 1/3
    der Fensteröffnungsbreite haben.
    Schaufenster sind den Gegebenheiten der Fassade entsprechend einzufügen und dürfen eine Breite von 2,50 m nicht überschreiten. Zwischen den Schaufensterflächen ist eine Pfeilerbreite von 0,8 mein-zuhalten und zur Gebäudekante eine Breite von 1,0 m.
    Die Gliederung ist mit der Fassadengliederung der Obergeschosse ab-zustimmen. Die Fenster sind gegebenenfalls mit einer entsprechenden Fasche zu umgeben. Industrie- und Gesellschaftsbauten aller Art sind in Abhängigkeit von der Ortsgestaltungssatzung aufgrund ihrer unterschiedlichsten Funktionen gesondert zu bewerten.
  5. Markisen, Jalousien, Rolläden, Fensterläden
    Markisen sind im Erdgeschoß zulässig.
    Sie dürfen nur eine Fassadenöffnung überdecken. Es darf zu keiner gestalterischen Trennung zwischen den Geschossen kommen. Feststehende Markisen oder Kragplatten sind unzulässig. Es sind innenliegende Jalousiekästen anzustreben.
    Bei Neubauten bzw. Neuplanungen sind nur innenliegende Jalousie-kästen zulässig.
    Fensterläden dürfen verwendet werden. Sie sind als Schutz und
    als Schmuckelement auszubilden.
  6. Türen und Tore
    Die Türen haben ein stehendes Format. Türen und Tore sind in Holz auszuführen. Metall- und Kunststofftüren sind aber in jedem Fall an der Außenseite mit Holz oder Holzimitation zu verkleiden. Ortstypische Türen und Tore sind zu erhalten bzw. analog zu er-setzen.
    Eingangsstufen müssen aus Naturstein oder Kunststein gefertigt sein. Die Breite der Stufen ist auf den Zugangsbereich zu begrenzen.
  7. Balkone, Erker und Loggien
    Erker, Balkone und Loggien sind für Seiffen nicht typisch und daher im Ortskern nur in Ausnahmefällen gestattet. Wo sie allerdings schon vorhanden sind, sind sie zu erhalten und dem Umfeld anzupassen.
    Bei Neubauten außerhalb des Geltungsbereiches dieser Satzung sind sie unter Beachtung der Gestaltungsgrundsätze zulässig.
    Die Breite darf 3,5 m nicht überschreiten. Ihre Auskragung darf nicht größer als 1,5 m sein.
  8. Zusätzliche Bauteile
    Im Bereich der Hauseingänge sind Vordächer in zimmermannsmäßiger Holzkonstruktion zulässig.
    Ihre Abmessungen dürfen in der Breite 1,5 m und in der Tiefe 0,8 m nicht überschreiten.

Paragraph 8

Werbeanlagen

Alle Werbeanlagen sind nach der “Werbesatzung des Kurortes Seiffen” zu planen und auszuführen.

Paragraph 9

Antennen-, Spiegel-, Solaranlagen und Wintergärten

Da die Möglichkeit des Anschlusses an die Verkabelung und an die Gemeinschaftsantennenanlage besteht, sind Einzelantennen und Satellitenempfangsanlagen im Sichtbereich des Verkehrsraumes unzulässig.
Solaranlagen können zugelassen werden, wenn sie sich in die Architektur einordnen lassen und bedürfen der Zustimmung durch den Rat.
Wintergärten als Anbauten in Glas-Holzkombination sind möglich, unterliegen aber der Antragspflicht.

Paragraph 10

Einfriedungen

Metallgitterzäune sind nur an historischen, zu restaurierenden oder an gleicher Stätte zu erneuernden Gebäuden zugelassen.
Besonders zu empfehlen sind historische Zäune aus Holz mit Kreuzstangen (Jägerzaun) bzw. vertikale Lattung auf Beplankung.
Kunstschmiedezäune sind zulässig, müssen aber dem Charakter des
jeweiligen Objektes oder der Umgebung entsprechen und bedürfen der Zustimmung des Rates.
Zusätzliche Bepflanzungen von Einfriedungen (Hecken, Sträucher) sind anzustreben.
Pfeiler sind in Natursteinmauerwerk, Pfosten in Zaunmaterial auszubilden.

Paragraph 11

Garagen und Stellplätze

Garagen sind an Straßenfronten in integrierter Form, als Anbauten
und als freistehende Bauten möglich.
Bei Garageneinbauten ist je Gebäude nur ein Tor oder eine Hofzufahrt gestattet.
Desweiteren ist eine Aneinanderreihung von mehr als 3 Garagen unzulässig.
Bei der Ausbildung von offenen Stellflächen ist der Bodenbelag wasserdurchlässig auszubilden. Die Stellflächen müssen sich in den
Straßenraum einfügen und sind einzugrünen.
Die Anhäufung von mehr als 10 offenen Stellplätzen an einem Ort im Ortskern ist unzulässig.
Im Geltungsbereich dieser Satzung sind Fertigteilgaragen mit Blechdach, insbesondere Blechgaragen sowie Stellplatzüberdachungen mit
sichtbaren Kunststoffabdeckungen nicht gestattet.

Paragraph 12

Freiflächengestaltung und -befestigung sowie Gehweg- und Straßenbeläge

Auf privaten Straßen und Einmündungen ist auf das vorhandene Kleinpflaster aus Naturstein (Granit), andere Natursteinpflaster (z.B. Basalt oder Granit) oder auf altstadtgerechtes Betonpflaster zurückzugreifen.

Ortsgestaltungssatzung Paragraph 12, Freiflächengestaltung und -befestigung sowie Gehweg- und Straßenbeläge

Private Freiflächen sind grundsätzlich gärtnerisch zu gestalten. Der Grünflächenanteil muß im Vorgartenbereich bzw. in Bereichen, die an öffentliche Flächen grenzen, deutlich überwiegen.
Soweit Freiflächen nicht gärtnerisch gestaltet werden, sind sie mit einem wasserdurchlässigen Belag zu versehen.
Gehen private Freiflächen in öffentliche Freiflächen über, sind diese in der Pflasterung anzugleichen.
Für die Bepflanzung von Grundstücken und öffentlichen Flächen sind vorrangig einheimische Sträucher, Gehölze und Bäume (vorzugsweise Laub- und Obstbäume) zu verwenden.
Bei Neuanpflanzungen von Bäumen sind unter Beachtung der jeweiligen Art die erforderlichen Mindestabstände zu Gebäuden einzuhalten.

Paragraph 13

Müllbehälter-Standplätze, Brennstofflagerung

Die ständige Aufstellung von Müllbehältern jeglicher Art im öffentlichen Raum ist unzulässig.
Mülltonnenstandplätze sind im Freien in abgeschlossenen Höfen zulässig. Sonst sind gut zugängliche, abgeschlossene Räume oder Plätze zu schaffen, die unmittelbar ins Freie entlüftet werden.
Diese Räume sind in die angrenzende Bebauung bzw. Einfriedung zu integrieren.
In den Ortsrandgebieten sind auch abgegrünte Standplätze im Freien möglich.

Ortsgestaltungssatzung Paragraph 13, Mülltonnen-Standplätze und Brennstofflagerung

Die Lagerung von flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen in Tanks sollte vorzugsweise unterirdisch erfolgen.
Überirdische Lagertanks sind in den hinteren Grundstücksbereichen aufzustellen und so einzufrieden bzw. einzugrünen, daß sie von öffentlichen Flächen nicht einzusehen sind.

Paragraph 14

Straßenmobiliar und -schilder, Hausnummern

Das Straßenmobiliar ist mit dem Konzept der Gemeindeverwaltung
abzustimmen.
Die Straßenschilder sind an den Straßenenden und Kreuzungspunkten
an der Hauswand oder an freistehenden Pfosten zu befestigen.
Es sind einheitliche Schilderformen anzuwenden, wobei auf historische Formen (vorzugsweise mit Drechselarbeiten versehene Holzschilder) zurückgegriffen werden soll.
Die Hausnummern haben sich in unmittelbarer Nähe des Einganges
zu befinden und sind entsprechend ihrer historischen Vorgänger
zu gestalten bzw. zu erhalten (siehe auch: Straßenschilder).

Paragraph 15

Beurteilungsgrundlagen für Bauvorlagen im Baugenehmigungsverfahren

Um eine umfassende Beurteilung zu städtebaulichen Gesichtspunkten, insbesondere der harmonischen Übereinstimmung eines Neubau- oder
Umbauvorhabens mit seiner Umgebung zu ermöglichen, kann die Untere Bauaufsichtsbehörde mit dem Bauantrag zu den übrigen Bauvorlagen
eine zeichnerische oder vorzugsweise eine photographische oder
schriftliche Darstellung der Merkmale der umgebenden Bauten fordern.
(Die zu berücksichtigenden Bereiche sind dabei die gesamten Gebäude einer Straßenansicht zwischen zwei Querstraßen.)

Die Darstellung sollte folgende Leistungen umfassen:

  • Ansicht der Gesamtfassade mit Angaben über Neigungswinkel des Daches und Höhenangaben der Trauflinie
  • Das Verhältnis Wandfläche zu Öffnungsflächen.
  • Konturenverlauf der Gebäudegruppe in Auf- und Grundriß

Zur Beurteilung des Straßenraumes kann die Darstellung des Konturenverlaufes des Querschnittes der Straße, des Neu- und Umbaugebietes sowie des ihm gegenüberliegenden Gebäudes gefordert werden.
Weiterhin kann verlangt werden, daß Proben des Außenputzes und andere Materialien des Anstriches oder anderer wichtiger Bauglieder oder Einzelheiten der Fassade in ausreichender Größe an geeigneter Stelle der Außenwand für eine Begutachtung angebracht werden.

Paragraph 16

Ausnahmen und Befreiungen

Die Bauaufsichtsbehörde kann nur unter den Voraussetzungen von den Bestimmungen dieser Satzung zulassen oder Befreiung erteilen.
Sächs. Bauordnung in der Bekanntmachung vom 19.08.1992.

Paragraph 17

Ordnungswidrigkeit

Ordnungswidrigkeiten durch Zuwiderhandlungen gegen diese Satzungsbestimmungen sind lt. Paragraph 83 mit einer Geldbuße, Paragraph 81 Abs. 3 bzw. dem Einzug von Gegenständen lt. Abs. 4 zu ahnden.
Ordnungswidrig im Sinne der Bauordnung § 81 handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig bei der Errichtung, Veränderung oder Instandsetzung baulicher Anlagen oder Werbeanlagen gegen die Bestimmungen dieser Satzung verstößt oder wer ohne die erforderliche Genehmigung mit der Errichtung, Veränderung oder Instandsetzung von solchen Anlagen beginnt.
Verwaltungsbehörde ist die Unter Bauaufsichtsbehörde.

Paragraph 18

Inkrafttreten, Geltungsdauer

Diese Satzung tritt am Tag nach ihrer Bekanntmachung in Kraft.

Seiffen, im November 1993

Glöckner
Bürgermeister

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